Erste Futterbeutel Apporte

Erste Futterbeutel Apporte

Sobald beim Hund jeglicher Zweifel über die Fütterung aus dem Futterbeutel aufgehoben ist, folgt der nächste Lernprozess – der Futterbeutel wird apportiert.

Damit der Futterbeutel sein Ziel – die Hand des Menschen – sicher erreicht, ist es unumgänglich, dass der Hund den Beutel dorthin apportiert. Zum besseren Verständnis über den Aufbau und das Apportieren des Futterbeutels empfehle ich, die Texte in Reihenfolge zu lesen.

In meiner Beschreibung setzte ich die Grundlagen des Apportierens, eindeutige Körpersprache und Signale voraus.

Bitte folgen Sie den jeweilig verlinkten Worten, um mehr zu erfahren.

Der Futterbeutel ist mit der Hauptmahlzeit des Hundes gefüllt, weshalb es notwendig ist, die ersten Apporte in einem sicheren Umfeld zu üben. Bisher wurde nur aus dem Beutel gefüttert, der Mensch hatte ihn dabei gesichert in seiner Hand liegen.

In der jetzigen Lernphase wird der Futterbeutel entfernt abgelegt oder geworfen, worauf Hunde skeptisch reagieren könnten. Für nicht wenige Hunde ist es unverständlich, dass der Mensch die Hauptmahlzeit „freigibt“.

Den Hund auf Distanz beeinflussen zu können, ist wichtig.


Beim Apportieren trägt der Hund eine 5 Meter Trainingsleine für einen ausreichenden Bewegungsradius und das Erfassen des Hundes auf Distanz, falls er versucht, sich mit dem Futterbeutel davonzumachen.

5 Meter Leine zur besseren Kontrolle

5 Meter Leine zur besseren Kontrolle

Der Idealfall für den ersten Futterbeutel Apport.

Der Hund steht, sitzt oder liegt seitlich am Menschen, der den Futterbeutel zirka zwei Meter nach vorn wirft. Mit dem Abwurf schickt der Mensch seinen Hund mit dem dazugehörigen Handsignal und eindeutiger Körperhaltung direkt zum Apport. Der Hund läuft zum Beutel und während er ihn packt, hört er das Wortsignal apport, wobei der Mensch seine Abgabeposition einnimmt. Der Hund kehrt an die Seite des Menschen zurück und legt ihm den Beutel in die angebotene Hand. Ritualhandlung: Der Beutel wird geöffnet, der Mensch imitiert ein Fressverhalten, der Hund schaut weg, er wird gefüttert.

Ein paar Beispiele von Verhaltensvarianten bei Hunden und sinnvolle Modifizierung vom Menschen:

Der Hund bleibt beim Werfen des Futterbeutels nicht neben seinem Menschen.
→ der Bewegungsreiz ist zu groß, der Mensch geht zwei, drei Schritte nach vorn und legt den Beutel ab.

Der Hund läuft zum Beutel und nimmt ihn auf, kommt damit aber nicht zurück.
→ der Mensch holt die 5m Leine einfühlsam Stück für Stück ein, bis der Hund an seiner Seite ist. Die Abgabehand wird angeboten, der Hund legt den Beutel in die Hand.
Wiederholung der Übung. Klappt es, → ritualisiert Füttern.

Der Hund läuft zum Futterbeutel, nimmt ihn nicht auf, sondern schaut seinen Menschen an.
→ der Mensch sagt apport, wobei das Handsignal und der Blick des Menschen auf den Beutel gerichtet sind. Der Hund nimmt den Beutel auf und bringt ihn zu seinem Menschen.

Der Hund nimmt den Beutel trotz Wortsignal Apport nicht auf.
→ der Mensch holt seinen Hund einfühlsam, mit Hilfe der 5m Leine zurück, der Futterbeutel bleibt liegen. Durch das Zurückholen erreicht der Hund den Futterbeutel und die damit verbundene Hauptmahlzeit nicht mehr. Oftmals versuchen Hunde, in diesem Moment den Futterbeutel zu packen.
→ schafft er es, wird die Übung wiederholt. Gelingt der Apport, wird ritualisiert gefüttert.

Konnte der Hund den Futterbeutel nicht mehr aufnehmen, wird er zurückgeholt und die Übung wiederholt. Klappt es – > ritualisiert Füttern. Klappt es abermals nicht, wird die Übung verändert.

Der Futterbeutel an der Schnur

Der Futterbeutel an der Schnur

Der Futterbeutel bekommt eine lange Schnur.

Der Mensch wirft den Futterbeutel (das Schnurende bleibt in Reichweite) und schickt seinen Hund erst zum Apport, wenn der Beutel am Boden liegt.

Der Hund läuft zum Beutel, nimmt ihn, trotz wiederholter Aufforderung, nicht auf.
→ der Mensch gibt dem Beutel über das Schnurende einen Bewegungsimpuls. Der Hund reagiert auf den Bewegungsreiz, packt den Beutel und bringt ihn zu seinem Menschen.
Klappt es – > ritualisiert Füttern.

Hinweis: Der Bewegungsreiz über die Schnur imitiert in etwa eine Lebendbeute. Einige Hunde reagieren darauf instinktiv mit Beutefangverhalten. Die Hunde packen feste zu, fixieren die Beute am Boden und oder schütteln sie. Arbeiten Sie in diesem Fall mit ihrem Hund zusammen, sofern sich der Hund darin nicht verliert. Das Verhalten ist normal, es gehört zu dem natürlichen Verhaltensrepertoire der Jagd bei Hunden. Mit lobenden Worten, einfühlsamen Zurückholen mit der Leine und stetiger Wiederholung von Apport sollte ihr Hund den Futterbeutel in die Abgabehand bringen. Oft präsentieren sich Hunde dabei mit einer stolzen Körperhaltung.

Die Anzahl der Futterbeutel Apporte, bevor gefüttert wird, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Die Kooperation des Hundes ergibt sich aus seinem Alter, seiner Lebenserfahrung und der Beziehung zu seinem Menschen. Die Zeitspanne der Übung orientiert sich an der Konzentrationsphase des Hundes. Aus diesen Gründen kann ich keinen Rat über die Anzahl der Apporte oder Dauer einer Übungseinheit nennen.

Mit der Fütterung wird der Hund für seine Kooperation bestätigt.

Es gehört ein wenig Fingerspitzengefühl dazu, um den richtigen Zeitpunkt des Fütterns zu finden. In der Lerntheorie wird davon ausgegangen, dass eine Wiederholung einer perfekt absolvierten Übung keine Verbesserung bringt, sondern eher schlechter wird. Logisch, denn Perfekt kann nicht übertroffen werden. Aus diesem Grund ist weniger oft mehr, was bedeutet, dass es zu Anfang günstiger ist, bereits nach dem ersten gelungenen Apport zu füttern.

Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Futterbeutel zur Normalität gehört, werden die Übungen aufwendiger und die Quantität der Apporte gesteigert, ohne die Qualität der Ausführung zu vernachlässigen.

 

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