Der Rühr-mich-nicht-an Hund

Der Rühr-mich-nicht-an Hund

Hunde, die sich nur ungern in Körperkontakt zu ihren Menschen legen oder grundsätzlich kein Genuss an Berührungen verspüren, könnten als Welpe unter Wärmelampen gelegen haben.

Diese gut gemeinte Wärmequelle entzieht den Welpen die Notwendigkeit der Körperwärme von Mutter oder Geschwistern. Doch gerade das Kontaktliegen ist wichtig für die soziale Entwicklung von Jungtieren. Durch die Wärmelampe steht ihnen eine Wärmequelle zur Verfügung, die sie von ihrer Familie fernhalten. Dadurch verlieren sie oder entwickeln erst gar nicht das Wohlfühlgefühl der körperlichen Nähe und Berührungen.

Doch es gibt auch Hunde, die sich ohne Wärmelampe ablehnend gegenüber Berührungen verhalten. Engt man sie körperlich ein, versuchen sie, dieser Unannehmlichkeit aus dem Wege zu gehen. 

Werden die Hunde zu Berührungen »gezwungen«, könnte es für die ausführende Hand schmerzlich enden.

Sehen die Rühr-mich-nicht-an-Hunde keine Ausweichmöglichkeit und fühlen sich in die Enge getrieben, schnappen sie schon einmal zu. Bei diesen Charakteren sollten die Hundebesitzer vornehmlich darauf achten, dass vorläufig kein Fremder ihren Hund berührt. Sie selbst sollten den Personen jedoch die Hand zur Begrüßung reichen oder, sofern umsetzbar, auch umarmen. Dadurch lernt der Hund, dass seine Bezugsperson den »Personencheck« übernimmt und diese Person ungefährlich ist.

Doch auch das sorgt nicht immer dafür, dass sich der Hund später gerne anfassen lässt. Eine graduelle Annäherung im Menschentraining kann dafür sorgen, dass der Hund nicht sofort zuschnappt.

Alternativ zum Schnappen kann der Hund lernen auszuweichen.

Rühr-mich-nicht-an-Hunde können lernen, sich selbst aus der Situation zu nehmen. Das bedeutet, bevor sie in die sich ihm nähernde Hand schnappen, ziehen sie sich zurück.

Für den Hundebesitzer sollte das Wohlergehen des Hundes oberste Priorität besitzen. Er sollte akzeptieren und respektieren, dass sein Hund nun einmal kein Schmusehund für Hinz und Kunz ist.

Hund weicht zurück

Hund weicht zurück

Für die Hundebesitzer selbst kann es Anstrengung bedeutet, den eigenen Hund zum Schmusen zu bewegen.

Viel Geduld, Zeit, Ruhe und eine losgelöste Motivation sind notwendig, damit die Hunde sich ihrem Menschen annähern können.

Mit losgelöster Motivation ist hier gemeint, dass der Mensch sich frei machen sollte von den Gedanken, sein Hund werde es lernen oder müsse sich das gefallen lassen. Ansonsten entstehen unnötige Enttäuschungen. Denn lernt oder lässt der Hund es niemals zu, neigen Menschen dazu, die Ablehnung persönlich zu nehmen.

Bleibt der Mensch frei seines persönlichen Wunsches und bietet seinem Hund immer wieder von Neuem die Gelegenheit, sich ihm anzunähern und in Kontakt bei ihm zu verweilen, lassen sich die meisten Hunde irgendwann darauf ein.

Liegen sie später in Kontakt, können Streicheln und Massieren bereits zu viel für den Hund sein. In diesem Falle kann der Mensch über Holding seinen Hund einfach nur ruhig im Arm halten oder seine Hand auf den Körper des Hundes legen – ohne Bewegungen auf dem Fell.

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