Kontaktliegen

Kontaktliegen

Ausgiebiges Schmusen und Streicheln darf als tägliches Ritual in eine Mensch-Hund-Beziehung eingebaut werden, sofern Zeit, Lust und Muße vorhanden sind.

Ritualisierter Körperkontakt sollte nicht unter Zeitdruck oder mit Ablenkungen wie Telefon, Fernseher oder Ähnlichem praktiziert werden. Beim Kontaktliegen steht die gemeinsame Entspannung und bewusste Wahrnehmung voneinander im Vordergrund. 

Während der Mensch seinen Hund mit gleichmäßigen Bewegungen ausmassierend über das Fell streicht, liegen beide in Körperkontakt auf einer bequemen Decke oder Matratze dem Boden. Inwieweit das Kontaktliegen auf dem Sofa oder im Bett des Menschen stattfinden kann oder sollte, ist abhängig von der Entwicklung des Mensch-Hund-Beziehung.

Das Kontaktliegen ist eine intime Zweisamkeit, die für intensives Wohlfühlgefühl sorgt und Mensch und Hund auf eine besondere Art und Weise verbindet.

Kontaktliegen ist sicherlich die vertrauteste Variante des Körperkontakts, die zwischen Mensch und Hund stattfinden kann.

Und eben dieses Vertrauen muss sich zwischen Mensch und Hund zuvor entwickeln.

Kontaktliegen von Mensch und Hund

Kontaktliegen von Mensch und Hund

Wohl dem, dessen Hund die innige Verbundenheit zu schätzen weiß.

Während die Mehrheiten im Welpenalter den engen Kontakt noch suchen, gibt es »dünnhäutige« Charaktertypen, denen sprichwörtlich ihr Fell zu eng ist. Sie genießen diese Nähe nicht und weichen selbst kleinsten Berührungen aus. 

Daneben gibt es Hunde, die Körpernähe und Berührungen von Menschen als schmerzhafte oder zwanghafte Erinnerungen verinnerlichten. Aus Angst oder Unsicherheit vermeiden sie jede Form des direkten Kontakts.

Eine weitere Variante Berührungen zu erwidern, findet sich bei den aufdringlichen Hunden, die wie es scheint, gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen können. Doch auch diese Typen genießen die Berührungen nicht wirklich, was daran zu erkennen ist, dass sie mit Unruhe und Dynamik auf das Kontaktliegen reagieren.

Tierarztbesuch

Tierarztbesuch

Das Kontaktliegen kann als Vorbereitungsübung für Tierarztbesuche dienen.

Dafür berührt der Mensch Körperpartien, die er gleichzeitig mit einem Wortsignal belegt. Beispielsweise fasst der Mensch die Ohren des Hundes an, streichelt über die Ohrlappen oder klappt das Ohr einmal um und schaut hinein. Während dieser Berührungen sagt er zu seinem Hund »Ohr gucken« oder »Ohren schauen« oder Ähnliches. Ebenso verfährt er mit der Nase, den Zähnen, den Augen, dem Bauch oder auch den Geschlechtsteilen, die verständlicherweise einen diffizilen Bereich darstellen.

Nur sozial sichere Hunde lassen sich problemlos im Genitalbereich berühren.

Das Abtasten verschiedener Körperbereiche spiegelt ein elterliches Pflege- oder Fürsorgeverhalten wieder. Übt der Mensch das bereits mit seinem Welpen in sicherer Umgebung, kann es dem Hund helfen, sich zukünftig beispielsweise von einem Tierarzt anfassen zu lassen.

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