Bettelnder Hund

Bettelnder Hund

Hunde betteln nicht nur nach Nahrung, sondern auch nach Aufmerksamkeit durch Beschäftigung oder Zuneigung in Form von Streicheleinheiten.

Über die Erträglichkeit dieses fordernden Verhaltens seitens des Hundes entscheidet der Mensch. Die überwiegende Zahl der bettelnden Hunde wurde darauf konditioniert.

Bettelt der Hund nach Nahrung, kann der Ursprung dafür in der Leckerchengabe liegen, die für das Erlernen der Basiskonditionierung benutzt wurden. Hören die Hunde von ihren Menschen nun Sitz, Platz, Bei oder Fuß erwarten sie die Futterbelohnung bei Ausführung. Oftmals kann bei diesen Hunden ein Griff in die Jackentasche bereits ausreichen, um zu betteln.

Ein am Tisch bettelnder Hund muss nicht zwangsläufig mit Leckerchen trainiert worden sein.

Er könnte das Verhalten durch seine Bezugsperson oder fremde Menschen gelernt haben, die ihm etwas vom Tisch fütterten. Bei einigen Hunden kann eine einmalige Futtergabe vom Tisch als Erfolgserlebnis ausreichen, um den Hund zu weiteren Bettelversuchen zu motivieren. Bei anderen Hunden zeigt es keine intensive Auswirkung. Sie geben schneller auf oder verstehen es selbst als einmaliges Ereignis.

Gleiches gilt für die Einforderung nach Aufmerksamkeit, Beschäftigung oder Streicheleinheiten. Für Menschen, die gerne mit ihren Hunden schmusen, ist das Einfordern von Streicheln angenehme. Lässt sich der Hund jedoch nicht wegschicken, ist aufdringlich und besteht auf den Körperkontakt, wird sein Verhalten lästig.

Penetrant abverlangendes Verhalten zeigt der Hund durch Pfote auflegen, stetiges Anstupsen mit der Nase, Ablecken des Menschen oder auch Fiepsen und Bellen.

Bei dem Betteln nach Zuwendung durch Beschäftigung treten Hunde weniger in Körperkontakt. Sie bedienen sich dabei meist anderer Hilfsmittel wie z. B. Gegenstände, die dem Menschen wichtig sein könnten. Eine Socke aus dem Wäschekorb genommen und damit durch die Wohnung gerannt, veranlasst den Menschen dazu, seine Aufmerksamkeit auf den Hund zu richten. Aber auch pausenloses Bellen, Winseln oder Fiepen und das Zerstören von Gegenständen kann ein abverlangendes Verhalten nach Beachtung sein.

Die Intensität und Ausdauer dieses Betragens ist vom Charaktertyp des Hundes und von der Entwicklungsphase in der er es lernte, abhängig. Je jünger ein Hund bei seinen Erfolgserlebnissen war, umso hartnäckiger versucht er seine Wünsche durchzusetzen.

Lösungsansatz

Da es unterschiedliche Formen des Bettelns gibt, und diese situationsabhängig sind, kann es hier keinen allgemeingültigen Lösungsansatz geben. 

Jede Reaktion des Menschen, egal ob für den Hund positiv oder negativ, bestätigt ihn in seinem Verhalten. Beispielsweise bettelt der Hund am Tisch nach Nahrung. Der Mensch schimpft und schickt den Hund auf seine Decke. Nun bettelt der Hund zwar nicht mehr am Tisch, aber von seiner Decke. Das heißt, der Hund hat nicht gelernt nicht zu betteln, sondern gelernt, auf Distanz zu betteln.

Um eine dauerhafte Lösung zu finden, muss der Ursprung des Verhaltens gefunden werden. Erst danach kann der Mensch mit einer Verhaltensmodifikation beginnen. Dennoch wird ein Hund niemals vergessen, was er einst lernte und so kann es passieren, dass dieses Benehmen immer wieder einmal zum Vorschein kommt.

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