Türklingel-Komplex

Türklingel-Komplex

Es werden hier einige Varianten beschrieben, die zu einem übermäßigen Bellen, ausgelöst durch das Klingeln an der Tür, führen können.

1. Variante

Bereits beim Züchter warnt die Mutterhündin ihre Welpen durch Knurren oder Bellen, wenn die Türklingel schellt. Durch diese Warnsignale treten die Welpen den Rückzug ins erste Umfeld, das Haus und die Wurfkiste an.

2. Variante

Zieht ein Hund in sein neues Zuhause ein, ist es schön, wenn er Besucher freudig begrüßt. Er läuft bei jedem Klingeln zur Tür und wenn nicht, wird er dazu aufgefordert: „Komm, laß uns mal schauen wer da kommt!“. Die Besucher begrüßen den Hund überschwänglich und vielleicht bekommt er ein Leckerchen. Der Hund lernt, dass er wichtig ist, bzw. wird, wenn es an der Tür klingelt.

3. Variante

Der Hund bekommt seinen Liege- bzw. Schlafplatz im Flur positioniert, dort wo sich der Eingang zum Haus oder zur Wohnung befindet. Diese Position signalisiert dem Hund, dass er das erste und damit sicherste Umfeld zu bewachen hat. Klingelt jemand an der Tür zeigt er durch das Bellen seine Verteidigungsbereitschaft.

4. Variante

Der Hund konditioniert seinen Menschen. Es klingelt an der Tür, der Hund läuft aufgeregt und bellend dorthin. Der Mensch, der bis zu diesem Zeitpunkt seinen Hund weitgehend ignoriert hat, beginnt auf den Hund einzureden, damit er sich wieder beruhigt. Der Hund lernt dadurch, dass er Aufmerksamkeit von seinem Menschen bekommt wenn er bellend an die Tür läuft.

Lösungsansätze

Die Liegeplätze sollten in einer ruhigen Ecke sein, von denen der Hund nicht zum Eingang schauen kann. Sie sollten strategisch ungünstig liegen.
Bei Begrüßungen an der Tür bleibt der Hund im Hintergrund. Welpen können, sofern sie noch sehr klein sind, auf den Arm genommen werden. So können sie lernen, dass ihre Menschen die Fremdlinge kontrollieren und handhaben können.

Bringt der Hund ein unerwünschtes Verhalten mit, darf er gar nicht mit an die Tür bzw. könnte ein Kindergitter im Türrahmen eines angrenzenden Raums hilfreich sein. So kann der Hund das Geschehen beobachten, aber sich nicht einmischen.
Bei einigen Hunden kann die Erregung schneller wieder zurück gehen, wenn sie mit dem Türklingeln auf die Bench (Zimmerkennel, Gitterbox) konditioniert werden; d.h. beim Klingeln an der Tür gehen die Hunde direkt in ihre Bench und bleiben dort, bis der Besuch wieder gegangen ist.

Um dem Bellalarm bei dem Türklingeln vorzubeugen sollte dieses akustische Signal nicht zusätzlich zum Augenmerk gemacht werden. Der Hund wird also nicht aufgefordert mitzukommen, um den Besuch zu begrüßen. Wenn er bellt, wird er in einem Zimmer gelassen und er bekommt keine Ansprache.
Gelingt es Ihnen dem Hund klar zu machen, dass es sich um Ihr Haus und Ihren Besuch handelt und dass Sie auch mit Fremden umgehen können, könnte sich sukzessive das Verhalten Ihres Hundes verändern bzw. verbessern.

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