Australian Shepherd

Australian Shepherd

Der kraftvolle Bauernhund aus den USA erfreut sich großer Beliebtheit. Er gehört in die Kategorie Hüte-Treibhunde, weshalb seine Erziehung anspruchsvoll ist.

Hinsichtlich seiner ursprünglichen Aufgabe, in den Wiesenlandschaften Amerikas riesige Schaf- und Rinderherden zu beschützen und zusammenzutreiben, besitzt der Australian Shepherd eine fast unerschöpfliche Ausdauer. Sein Job erforderte ein hohes Maß an Mut, Selbstständigkeit und Durchsetzungsvermögen.

Der Australian Shepherd ist weit davon entfernt ein pflegeleichter Familienhund zu sein. Er ist ein aktiver, selbstbewusster Hund, der von seinem Menschen einen souveränen Führungsstil erwartet.

Ein Australian Shepherd setzt bei seinem Menschen das Wissen über hündisches Verhalten und intraspezifischer Kommunikation voraus.

Er braucht eine ihn überzeugende und verständliche Erziehung, reine Verbote oder gar Bestrafungen für unerwünschtes Verhalten reichen nicht aus. Zeigen Sie ihrem Hund alternative Handlungsmöglichkeiten passend zu seinem Wesen, wird er ihnen bereitwillig folgen.

Behalten Sie immer im Gedächtnis, wofür der Australien Shepard gezüchtet wurde. Diese Eigenschaften sind genetisch, lassen sich nicht wegdiskutieren oder über ein paar wenige Generationen wegzüchten, auch nicht bei Showlinien. Die ursprünglich gewünschten Eigenschaften bestimmen den Habitus des Hundes, den er nicht ablegen kann.

Die ersten 3 Jahre sind entscheidend für die spätere Mensch-Hund-Beziehung.

Lassen Sie sich von dem süßen Fellknäuel nicht die Butter vom Brot nehmen. Welpen sind grundsätzlich entzückend, vor allem dickfellige. Doch was Hänschen nicht lernt…
Der Australian Shepherd ist ein intelligenter Hund, bei dem sich eine Leckerchen-Konditionierung als wenig adäquat erweist. Lenken und leiten Sie ihren Hund und lehren sie ihn, was er darf und was nicht. Belohnen Sie ihn mit ihrer Aufmerksamkeit, durch gemeinsame Aktivitäten und erlernen neuer Fertigkeiten.

Australian Shepherd Welpe

Australian Shepherd Welpe

Übernehmen Sie mit dem Einzug des Welpen erkennbar die Sicherung von Haus, Hof und Familie.

Lassen Sie ihren Welpen nicht alleine in den Garten, denn der Australian ist grundlegend territorial. Fordern Sie ihn schon im Welpen- oder Junghundealter dazu auf, ihr Grundstück allein zu beaufsichtigen, wird er diese Aufgabe im Erwachsenenalter nicht mehr abgeben.

Der Australian ist ein robuster Hund, der mit seiner Sozialgemeinschaft eher unsanft umgeht, was für Kinder schmerzhafte Folgen haben kann. Möchten Sie, dass Hund und Kind miteinander spielen, sollte das Kind mindestens im schulpflichtigen Alter sein. Aufgrund der geringen Sensitivität dieser Hunderasse ist es wichtig, dass das Kind versteht, warum der Hund kein „Kuscheltier“ ist. Zeigen Sie Kind und Hund, welche Spielformen erlaubt sind, lehren Sie beide gegenseitigen Respekt und bleiben Sie dabei, um Unfällen vorzubeugen.

Hinweis: Bedenken Sie bitte, dass die Entwicklung eines Hundes vom Welpen zum Erwachsenen weitaus schneller geht als bei unseren Kindern und das ein Australien sich keinem Kind unterordnet.

Lenken Sie die Selbstständigkeit ihres Australian Shepherd in „Du brauchst mich“ Bahnen.

Vermeiden Sie Hundesport, bei dem der Hund ohne menschliche Hilfe tätig ist. Problemlösungsaufgaben, bei denen er seinen Menschen um Hilfe bitten muss, sind adäquat. Werden diese Aufgaben sinnvoll gestaltet, z.B. mit dem Futtererwerb über den Futterbeutel, steigt der Mensch in der Wertschätzung des Hundes um ein Vielfaches.
Kommt ein Australian Shepherd als Zweithund in die Familie, übernehmen Sie bitte die Erziehung und überlassen Sie es nicht dem Althund

Australian Shepherd beim Treibball

Australian Shepherd beim Treibball

Der Australian Shepherd ist eher ein Treib- als ein Hütehund.

Treibball ist ein prima Ersatz, wenn sich der Mensch keine Schafe zulegen will / kann. Border Collies nehmen diese Ersatzbeschäftigung gerne an, für den Australian hingegen, kann Treibball schon mal unsinnig erscheinen. Der Grund dafür kann die fehlende Weite des Übungsgeländes sein, denn der Australian hat nicht von Gatter zu Gatter getrieben. Ich habe Australian Shepherds kennengelernt, die den Gymnastikball von einer Seite zu anderen über eine riesige Wiese trieben, ihm aber keine Beachtung in einem begrenzten Viereck (Größe einer Reitbahn) schenkten.

Hüte-Treibhunde jagen mit allen Sinnen über große Distanzen.

Eine laissez faire Führung motiviert den Hund buchstäblich Wild zu jagen und Fremde zu verjagen. Besonders das Verjagen von fremden Hunden, Radfahrern, Autos und allem anderen, was sich in seinem Revier bewegt, lässt so manchen Australian-Shepherd-Besitzer verzweifeln. Die Erklärung für das Handeln der Hunde: Sie nehmen ihr Territorium mit. Als Treibhunde ist ihr Revier dort, wo sie sich aufhalten. Folglich kann eine leinenfreie Führung eines Australian nur gelingen, wenn der Mensch sich als übergeordnet etablierte.

Die Selbstgewissheit des Australian Shepherd macht den Hund zu einem Skeptiker.

Er ist kein Hund, der sich spontan von fremden Menschen anfassen lässt. Wird seine Individualdistanz unterschritten und reagiert sein Gegenüber nicht auf die feinen Warnsignale, fordert der Australian den Abstand mit seinen Zähnen ein.
Der Australian Shepherd ist blitzschnell in seinen Handlungen, daher sollte der Mensch darauf achten, dass der Hund frühzeitig, am besten schon im Welpenalter lernt, dass sein Mensch die Kontakte zu Fremden lenkt und leitet. Dennoch ist es Charakter abhängig, ob sich der Hund prinzipiell zu einem Menschenfreund entwickelt. Passiert das nicht, sollte das akzeptiert und respektiert werden, denn ein Australian lässt sich nicht manipulieren.

Mantrailing ist eine Möglichkeit, dem Hund zu zeigen, dass fremde Menschen etwas Tolles sein können.

Bitte hierbei darauf achten, dass die Zielperson kein Spielzeug (Besitz) des Hundes als Belohnung hat. Der Hund soll lernen, dass es Freude bringt, eine „verlorengegangene Person“ zu finden und dass das Auffinden der Person die Belohnung ist.
Fangen Sie nicht zu früh mit Mantrailing an, lassen Sie ihren Australian zuerst seine „Kindheit“ genießen. Einen Menschen zu suchen ist eine verantwortungsvolle, autonome Aufgabe für den Hund.

Wer sich nicht von den Kerneigenschaften des Australian Shepherd abschrecken lässt, holt sich mit dieser Hunderasse eine echte Persönlichkeit ins Haus.

Ein Australian ist es wert, dass der Mensch versucht, die Welt aus seinen Augen zu sehen und sich um seinetwillen ein wenig zum Hund entwickelt. Ein Australian kommuniziert sauber und wer seine Sprache versteht und spricht, kann mit dieser Rasse zweifelsohne glücklich werden.

Es sind großartige Hunde, wenn der Mensch sie zu handhaben weiß.

Australian Shepherd in Kooperation

Australian Shepherd in Kooperation

Der intelligente Hund braucht eine souveräne, konsequente Erziehung mit Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit seinem Menschen. Härte, Stränge und Bestrafungen fördern sein „Einzelkämpfer“ Verhalten. Mit Geduld, Einfühlungsvermögen und Stabilität wird sich ein Australian Shepherd zu einem fabelhaften Lebensbegleiter entwickeln.

Ob Arbeits- oder Showlinie ist ohne Belang, die Herkunft ist entscheidend.

Achten Sie beim Kauf auf eine exzellente Zucht, in der auf den Merlefaktor geachtet wird. Merle Typen sind Hunde mit getigerter Fellfarbe (mehrfarbig) und haben ein oder zwei blaue Augen. Zugegeben, sie sind besonders schön, doch kann es passieren, dass Sie einen blinden und oder tauben Hund bekommen. Laut Zuchtstatuten ist die Verpaarung zweier Merle Hundetypen verboten, um diese Zuchtmängel auszuschließen. Lassen Sie sich schriftlich belegen, ob die Elterntiere ihres Wahl-Welpen darauf kontrolliert wurden, um keine Überraschung zu erleben.

Tipp: Wer super gerne einen Australian Shepherd hätte, aber die Herausforderung scheut, kann einmal ein Blick auf den Mini Aussie werfen. Auch diese Hunde sind keine reinen Mitläufer, schließlich fließt das Blut der größeren Ausgabe durch ihre Adern. Dessen ungeachtet sind erheblich umgänglicher als der Australian Shepherd.

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