Deutscher Schäferhund

Deutscher Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund galt bis vor einigen Jahren noch als die Hunderasse Nr. 1, und das nicht nur in Deutschland.

Früher war der Deutsche Schäferhund das Aushängeschild aller Hundevereine. Wer mit einer anderen Rasse als einem Deutschen Schäferhund in einen Hundeverein eintreten wollte, wurde eher belächelt. Kein Wunder, denn der Deutsche Schäferhund ließ sich relativ leicht trainieren.

Nicht umsonst bevorzugten Behörden wie der Zoll, die Polizei und das Militär den Deutschen Schäferhund als Diensthund.

Erfreut sich eine Hunderasse einer großen Beliebtheit, sprich: Wird er zum Modehund, leidet oftmals die qualitative Auswahl der Zuchthunde darunter. So auch geschehen bei dem Deutschen Schäferhund, in den zusätzlich gesundheitliche Einschränkungen wie die abfallende Kruppe förmlich hineingezüchtet wurden. Die vom Menschen geliebte abfallende Hinterhand war ursprünglich nicht das Zuchtziel.

Die katastrophalen Folgen dieser Missbildung zeigen sich bei der Rasse spätestens mit zunehmendem Alter, wenn die Muskeln langsam schwinden. Doch auch schon bei Junghunden sind die Auswirkungen der menschlichen Vorstellung von Schönheit mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen verbunden.

Ungeachtet dessen ist und bleibt der Deutsche Schäferhund ein ganz toller Hund.

Bei akribischer Suche findet man immer noch Züchter, die mit Schäferhunden des »alten Schlags« züchten, deren Hüften in Ordnung sind.

Was den Deutschen Schäferhund so beliebt macht, ist seine uneingeschränkte Loyalität zu seinem Menschen und seine Lernbereitschaft.

Deutscher Schäferhund im Training

Deutscher Schäferhund im Training

Der Deutsche Schäferhund ist ein ausgezeichneter Schüler.

Er lernt schnell und akkurat, was ihn rasch zu einem Bild eines gehorsamen Soldaten mutieren lässt. Er möchte seinem Menschen gefallen, weshalb er Anweisungen nicht hinterfragt, selbst wenn sie ihm sinnfrei erscheinen. Seine Kooperationsbereitschaft resultiert aus seiner Mentalität, die gleichzeitig ein Zeichen für seine Sensibilität ist.

In der Erziehung des Hundes ist Fingerspitzengefühl angebracht, denn die meisten Charaktere dieser Rasse sind äußerst zartfühlend. Der Deutsche Schäferhund vertraut seinem Menschen – er wird es schon wissen.

Zartfühlende Hunde begegnen befremdlichen Lebenssituationen selten souverän.

Man kennt es von den überaus empfindlichen Border Collies. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Deutschen Schäferhund; mit dem Unterschied, dass dieser sich nicht zurückzieht, sondern die »Flucht« nach vorn antritt. 

Große Rassen habe bekanntlich eine längere Entwicklungszeit als kleine Rasse wie z.B. die Terrier. Ein Deutscher Schäferhund braucht Zeit für seine Entwicklung. Eine ad hoc Erziehung ist bei einem Hund dieser Größe keine gute Entscheidung. Als ausgewachsener Hund bringt es diese Rasse, je nach Geschlecht, auf plus minus 30 bis 40 kg. Geht diese Gewichtsklasse ernsthaft in die Leine, gibt es kaum ein Halten mehr.

Bei optimaler und einfühlsamer, dem Charakter entsprechender Welpenerziehung, kann ein Deutscher Schäferhund durchaus zu einem gelassenen Hund heranreifen. Souveränität ist vor allem seitens des Menschen wichtig, damit sich der Hund in für ihn prekäre Lebenslagen an seinem Menschen orientiert.

Als erwachsener Hund zeigt der Deutsche Schäferhund seine Territorialität, die nicht zu unterschätzen ist.

Bei fehlender Führungsqualität seitens des Menschen organisiert der Hund im Handumdrehen die Familie, aber auch Besucher. Die meisten Charaktere dieser Rasse sind jedoch einer Führungsaufgabe nicht gewachsen, was zu Problemen führen kann.

Seine Toleranzgrenze sinkt gegenüber Fremden und das nicht nur außerhalb des eigenen Grundstücks. Innerhalb seines Reviers duldet er nur, wen er mag. So kann es passieren, dass der Familie bekannte Menschen, der Zugang verweigert wird.

Der Deutscher Schäferhund ist Territorial

Der Deutscher Schäferhund ist Territorial

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Kindern geboten, da der Deutsche Schäferhund ein ausgeprägtes Beutefangverhalten zeigen kann.

Ist der Mensch indessen in der Lage, den Hund überzeugend Sicherheit zu bieten und übernimmt er die Kontrolle über das Revier (Garten, Haus) und Territorium (Spaziergänge), wird der Hund die anstrengende Aufgabe gerne abgeben. Gleichwohl wäre er jederzeit zur Verteidigung der Familie, Haus und Hof bereit.

Nur selten hörte ich Menschen dieser Rasse sagen, ihre Hunde zeigen unerwünschtes Jagdverhalten, dennoch langweilt sich ein Deutscher Schäferhund nicht, wenn er keine Aufgabe hat. Bei Unterforderung sucht er sich seine Beschäftigung, die der Mensch sicherlich nicht gutheißen kann. Viel zu oft passieren Unfälle mit dieser Rasse (natürlich auch einigen anderen), die hätten vermieden werden können.

Ein intelligenter Hund möchte intelligent beschäftigt werden, bestenfalls mit seinem Menschen gemeinsam.

Insbesondere das gemeinsame Tun sorgt für eine intensive Teambildung. Sucharbeiten in jeglicher Form, Apportieren und Problemlösungsaufgaben sind für die Hunde bestens geeignet.

Hingegen sollte man von rabiaten körpernahen Übungen absehen. Die Schutzhundeausbildung sollte für den privaten Bereich grundsätzlich kritisch betrachtet werden, insbesondere aber für den Deutschen Schäferhund, der ohnehin schon für seinen Menschen jederzeit verteidigungsbereit ist. Das muss er nicht lernen, das kann er bereits.

Alles was ihm schwerfällt, fördert und fordert seine Intelligenz. Je mehr der Mensch ihm beibringt, desto souveräner wird der Hund, umso gelassener wird er seinen Menschen durchs Leben begleiten.

Hinweis: Als kleiner Nachsatz sollte noch hinzugefügt werden, dass der Deutsche Schäferhund nie als Hütehund gezüchtet wurde. Der Ursprung dieser Rasse stammt von Rittmeister Max Emil Friedrich von Stephanitz († 1936). Stephanitz war Offizier, der mit dem Deutschen Schäferhund einen Militär-Hund züchten wollte. 

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