Labrador Retriever

Labrador Retriever

Der Labrador Retriever erfreut sich ähnlicher Beliebtheit wie der Golden und die anderen Retriever Rassen. Dennoch können Retriever nur partiell verglichen werden, denn es kommt auf den Ursprung der Retriever Rasse an.

Der Labrador Retriever ist gar nicht so einfach zu beschreiben, denn seine Geschichte ist bereits einige hundert Jahre alt. In der damaligen Zeit segelten portugiesische Fischer zum Fischfang an die Ostküste Kanadas – Labrador, Neufundland und Nova Scotia. Die Insel Labrador gab dieser Retriever Linie ihren Namen, so wie Neufundland dem Neufundländer und Nova Scotia dem Nova Scotia Duck Tolling Retriever, der isoliert betrachtet gar nicht zu den klassischen Retrievern gehört.

Zum Schutz der Schiffe und des Fangs, aber auch zum Lasten ziehen, nahmen die Fischer einheimische Herdenschutzhunde mit. Während der Sommermonate blieben die Hunde bei den Fischern, den Winter über verharrten die Hunde ohne menschlichen Kontakt allein auf der Insel. Im darauffolgenden Jahr, wenn die Fischer zurückkehrten, sollten die Hunde ihnen freundlich begegnen, was tatsächlich funktionierte. Während der menschenleeren Zeit bildeten sich sehr sicher die unterschiedlichsten Hunderudel, aus denen natürlich auch Welpen hervorkamen. 

Demnach ist es kein Wunder, dass in den Adern des Labrador Retrievers auch das Blut eines Herdenschützers fließt.

Bei einigen Charakteren ist das selbst heute noch zu spüren, auch wenn der heutige Labrador zu den freundlichen, unkomplizierten, sozialverträglichen Hunderassen gehört. Dass das so ist, verdankt die Rasse den englischen Seefahrern, die den Labrador aus seiner Heimat mit nach England nahmen. Sie sahen das Potenzial für einen leichtführigen Jagdhund, der unter menschlicher Führung nach dem Schuss Spuren sucht und die Beute apportiert. Durch eine gewissenhafte Selektion der Zuchthunde entstand der heute sehr beliebte Labrador Retriever.

Junger Labrador apportiert einen Stock

Junger Labrador apportiert einen Stock

Wie alle Retriever Arten (bis auf den Nova Scotia) ist auch der Labrador in die Gruppe der »nach dem Schuss« arbeitenden Jagdhunde einzuteilen.

Er apportiert gerne, was er meist schon im Welpenalter zeigt. Ist der Mensch in der Lage, dieses Verhalten zu fördern, wird es für einen Labrador das Größte sein, seinem Menschen etwas zubringen – egal, was es ist und egal, ob der Mensch das überhaupt haben möchte. Einige Labradore haben ein unvergleichbares weiches Maul, dass sie rohe Eier heil übergeben oder ein Brötchen, ohne es zuvor einzuspeicheln.

Labradore wurden gezüchtet, um Menschen glücklich zu machen.

Bekommt der Labrador eine Aufgabe gestellt, wartet er nur auf das Signal, um loslegen zu können. Ist er im Job, lässt er sich nahezu durch nichts mehr ablenken; kein Gestrüpp ist zu dicht, kein Wasser zu kalt, kein Schlammloch zu schmutzig. Hat der Labrador seine Beute erreicht, bringt er sie seinem Menschen auf direktem Wege zurück, wonach für ihn ein freudiges Lob seines Menschen das Größte ist. Hier ist jedes Leckerchen zuviel des Guten, da der Labrador ein feines Gespür für ein simples »Bezahl-Prinzip« hat. Für den Labrador gibt es nichts Besseres, als mit und für seinen Menschen zu arbeiten.

Das klingt fürs Erste nach einem großartigen Hund, mit dem der Mensch keinerlei Probleme hat und haben wird.

Doch so einfach wie es klingt, ist es unerfreulicherweise nicht, denn ein Labrador braucht bis zum Erwachsenenalter eine adäquate Erziehung und sinnvolle Beschäftigung. 

Als große Hunderasse brauchen Labradore bis ca. zu dem vierten Lebensjahr, um zu den erwachsenen Hunden zu gehören. Bis dahin muss der Hundebesitzer mit dem arttypische ungebremsten Temperament eines Labrador Retrievers leben. Für einen Labradorwelpen ist es äußerst schwierig, sich zurückzunehmen, geduldig abzuwarten und »artig« zu sein. Er stellt ständig etwas an oder auf den Kopf, ist hin und wieder mental gänzlich abwesend oder es scheint so, als ob er dies oder das »niemals« lernt.

Je geduldiger der Hundebesitzer in der Erziehung ist, um so intensiver wird die Mensch-Hund-Beziehung später sein.

Die oft genannte minimale Sensibilität des Labradors bezieht sich vermutlich eher auf die Schmerzunempfindlichkeit des Hundes, weil ihn ein Dornengestrüpp nicht aufhält. In Bezug auf seine Erziehung verzeiht ein Labrador seinem Menschen zwar Erziehungsfehler und auch mal eine ungerechtfertigte Korrektur. Jedoch kann es passieren, dass ein Labrador bei hartherzig Erziehung, in der er nur selten sein eigentliches Naturell zeigen darf, sein Wesen verändert. 

Labrador Welpe im Schlamm

Labrador Welpe im Schlamm

Einige Charaktere ziehen sich in sich zurück, andere werden immer aufdringlicher, um »alles wieder gut zu machen«. Beide Varianten zeigen, dass der Labrador kein stumpf treuer Wegbegleiter ist, sondern Verständnis, Geduld und Zeit für seine Entwicklung benötigt.

Im Vergleich zum Golden Retriever haben viele der Labrador Retriever ein gutes Stück mehr jagdliche Ambitionen und bei Labrador Rüden sieht man hin und wieder deutlich Territorialverhalten.

Der Labrador Retriever ist ein kraftvoller Hund, der gut bemuskelt sein sollte, aber keinesfalls Fett. Das immer wieder erwähnte »Adipositas-Gen« ist vermutlich eine Ausrede der Hundebesitzer, die ihrem Hund zu wenig Aktivität bescheren. Unterstützt wird die Fettleibigkeit durch den begeisterten Appetit eines Labradors. Bei gesunder Ernährung und angemessener Aktivität, immer in Verbindung mit Kopfarbeit für den Hund, sollte es einem Hundebesitzer gelingen, seinen Labrador schlank zu halten.

Der Labrador ist ein intelligenter lernwilliger Hund, der pure Spaziergänge lästig und langweilig findet. Der Mensch sollte seinen Labrador auf einem Spaziergang immer auch sinnvoll beschäftigen, damit er sich nicht selbstständig eine Aufgabe sucht. Um das Jagdbedürfnis des Hundes zu befriedigen, kann der Labrador beispielsweise lernen, seinen Futterbeutel zu apportieren. Das ist für den Hund mehr als sinnvoll, den er bringt tatsächlich fressbare Beute zurück, arbeitet in Kooperation mit seinem Menschen, ist körperlich aktiv und muss Kopfarbeit leisten. Lesen Sie mehr dazu unter Fütterungsarten.

drei Labradore im Schnee

drei Labradore im Schnee

Optisch ist der Labrador Retriever ein athletischer Hund, denn es in drei Fellfarben gibt.

Das Fell ist kurz mit dicker Unterwolle, die Rute kräftig und ständig aktiv. Die Fellfarbe ist gelb, schwarz oder braun, wobei es das Gelb und Braun in diversen Nuancen gibt. Die neuerdings zu sehenden silberfarbenen (charcoal) Labradore sollen auch reinrassig sein, dennoch werden sie vom FCI nicht anerkannt. Die jeweilige Fellfarbe ist gleichmäßig schwarz, braun oder gelb. Hin und wieder kann es zu einer weißen Zehe oder Ähnliches kommen, niemals wird ein Labrador aber zweifarbig sein.

Grundsätzlich sollte jeder Hund, natürlich auch ein Labrador, aus einer guten Zucht kommen. Bei den silbernen ist es umso wichtiger, einen Hund mit Papieren zu kaufen. Nur mit entsprechender Dokumentation der Ahnenlinie kann sichergestellt werden, dass der Käufer keinen Weimaraner-Labrador Mischling kauft.

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