Instinkte des Hundes

Instinkte des Hundes

Die Instinkte des Hundes regulieren sein Leben. Sie sind angeboren, zweck- und zielgerichtet und artspezifisch.

Instinkte entwickeln sich nach einen genetischen Code und sind nicht veränderbar. Als Regulatoren steuern sie die Intensität des Verhaltens der Hunde. Mit intelligenten Lernvorgängen können die Verhaltensweisen abgeschwächt und modifiziert werden. Dadurch wird maximal eine Beeinflussung auf die Reiz-Reaktion genommen, jedoch keine Löschung der von innen kommenden Impulse erreicht.

Je nachdem welcher Instinktbereich für den Menschen relevant ist und zur Verwendung kommen soll, wird er über die Zucht, durch die Auswahl der Elterntiere, verstärkt oder vermindert. Dieser sich über mehrere Generationen entwickelter Verlauf zeigt sich bei etablierten Rassehunden. Beispielsweise zeigen die solitär jagenden Hunderassen einen geringeren sozialen Rudelinstinkt, denn ihr Gebrauch erforderte selbstständiges Arbeiten ohne menschliche Hilfe. Bei den reinen Hütehund Rassen wurde genau dieser sorgfältig heraufgezogen, denn sie sollten mit intensiver Kooperationsbereitschaft zum Menschen arbeiten.

Instinktbereiche sind:

  • Der Jagdinstinkt - Er garantiert dem Hund seine wichtigste Lebensressource, die Nahrung. Jede Hunderasse hat einen Jagdinstinkt, denn jeder Hund muss fressen. Besondere Ausprägung findet sich bei den klassischen Jagdhundrassen und den Hütehunden.
  • Der Territorialinstinkt - Er sichert dem Hund sein Revier für die Jagd und den Lebensraum der gesamten Gruppe. Bei den Hunden der Offensivgruppe und Urtypen ist dieser Bereich größer, als bei den Hütehunden. Dennoch kann jeder Hund Territorialität entwickeln, wenn er glaubt, Anspruch auf ein Revier zu haben.
  • Der Sexualinstinkt - Er veranlasst die genetische Reproduktion der eigenen Gene, was nicht mit einer generellen Arterhaltung gleichzusetzen ist. Hierbei geht es viel mehr darum, den Rudelbestand aufrechtzuerhalten. Hunde mit einem deutlichen Sexualinstinkt werden äußerst erwachsene Typen, wenn man sie denn lässt.
  • Der soziale Rudelinstinkt trifft eine Aussage über die Wichtigkeit einer Gruppenzugehörigkeit. Hunde mit viel sozialem Rudelinstinkt sind kooperationsbereit, weniger selbstständig und häufig ein Leben lang infantile Typen. Sie sind einfacher zu erziehen, aber auch äußerst sensible Typen. Für sie ist ihr Mensch existentiell.

In einer von Jan Nijboer (Natural Dogmanship®) schematischen Darstellung, dem Instinktkreis, werden die Instinktbereiche zunächst in vier gleichgroße Bereiche eingeteilt. Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Aufgaben der einzelnen Hundetypen verändern sich die Ausschnitte.

Hinweis

Instinktives Verhalten ist nicht zu verwechseln mit triebhaftem Verhalten. Bei einer Triebhaftigkeit erlebt das Individuum ein Drang ohne Mitwirkung des Bewusstseins. Es handelt aus dem Affekt heraus und kann sein Handeln nicht kontrollieren.

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