Beutefangverhalten bei Hunden

Beutefangverhalten bei Hunden

Alle Hunderassen sind, genetisch bedingt, Jäger. Aufgrund einer selektiven Zucht hat sich der Jagdinstinkt bei einigen Hunderassen verstärkt, bei anderen Hunderassen wurde er verringert.

Das Beutefangverhalten ist eine Sequenz aus der aktiven Jagd eines Hundes. Das Problem dabei ist, dass wenn ein Hund sich in seinen Jagdmodus hineinsteigert, kann es jedes sich bewegende Objekt treffen. Der Hund macht keinen Unterschied, ob es ein Wildtier, Fahrzeug oder laufender / rennender Mensch ist, denn das Beuteschema ist bei domestizierten Hunden nicht angeboren.

Die Jagdsequenz eines Hundes setzt sich aus einer Handlungskette zusammen.

Suche- und Orientierungsverhalten, Fixieren, Anpirschen, Hetzen, Packen, Töten, Wegtragen und Fressen. Bei Rassehunden wurden über die Zucht einzelne Elemente der Handlungskette besonders hervorgehoben oder minimiert.

Das Packen und Töten leitet das Finale der Jagd ein.

Besonderen Wert legte der Mensch bei der Zucht der Molosser, Terrier und Urtyp Rassen darauf, während bei Hütehunden diese Sequenzen unerwünscht waren.

Das Beutefangverhalten diente ursprünglich immer dem Selbsterhalt durch den Nahrungserwerb und zählt nicht zu aggressivem Verhalten. Hunde haben keine Aggressionen gegenüber ihrer Beute. Selbst dann nicht, wenn es sich um etwas Nichtfressbares handelt. Aggressionen dienen einer Konfliktlösung und anderen sozialen Belangen.

Das Beutefangverhalten wird neuronal (vom Gehirn) gesteuert.

Umwelt- und Bewegungsreize, gleich welcher Art, können die Auslöser des Beutefangverhaltens sein.

Während der Jagd werden im Körper des Hundes glücklich machende Hormone ausgeschüttet.

Das hat die Natur so eingerichtet, damit der Hund weiterhin jagen geht, auch wenn er einmal nicht erfolgreich ist.

Beutefangverhalten, ein Teil der Jagdsequenz

Beutefangverhalten, ein Teil der Jagdsequenz

Das Beutefangverhalten ist zielgerichtet und selbstbelohnend, wodurch es lustbetont wird.

Es basiert nicht auf dem Sozialverhalten des Hundes, sondern dient in erster Linie der Bedürfnisbefriedigung des Hundes.

Fehlgeleitetes Beutefangverhalten ist primär ein erlerntes Verhalten.

Hunde, bei denen das Hetzen, Packen und Töten von Beuteobjekten selektiv hervorgehoben wurde, sollten während der Lern- und Entwicklungsphasen nicht mit Hetzspielen ausgelastet werden. Durch das Selbstbelohnungsprinzip wächst bei den Hunden die Lust auf Wiederholungen. Die Hunde sind, wenn die Hormone »überschwappen«, nicht mehr in der Lage, von ihrem Verhalten abzulassen.

Bedingt durch die Fehlleitung des Beutefangverhalten passieren leider immer wieder Beißvorfälle, durch die der Hund als »gefährlich« eingestuft wird.

 

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