Hunde aus dem Tierschutz

Hunde aus dem Tierschutz

Einen Hund mit Vorgeschichte zu übernehmen, ist eine große Herausforderung für die zukünftigen Besitzer.

Fast nie erfahren sie, was dem Hund alles passierte. Wer sich einen Hund aus dem Ausland, dem Tierschutz, Tötungsstationen, etc. nach Hause holt, sollte nicht davon ausgehen, dass der Vierbeiner dankbar dafür ist. Um Dankbarkeit verspüren zu können, müsste der Hund das Äquivalent zu seinem bisherigen Leben kennen. Erlebte er Menschen als feindselig, gefährlich und gewalttätig, wird er davon ausgehen, dass alle Zweibeiner gleich sind.

Dankbarkeit ist ein menschlicher Begriff bzw. eine Empfindung, die Hunde nicht kennen.

Vielmehr zeigen Hunde ein Verhalten, das sich an "diesem Menschen kann und möchte ich folgen" oder "diesem Menschen kann ich nicht vertrauen" orientiert. Durch Menschenhand geschundene Tiere können menschlichen Wesen nicht nur nicht vertrauen, sie neigen häufig auch zum Pessimismus, zeigen sich ignorant oder manipulativ.

Hunde, die lernten, Personen für ihre Zwecke zu manipulieren, wirken oft anschmiegsam, fordern zum Streicheln auf und wirken gut gelaunt.

Beginnt der Mensch mit Erziehung oder einem Beschäftigungsprogramm, arbeiten die Hunde partiell mit. Aber nur so lange, wie sie das Angebot oder die Anforderungen auch billigen. Ab dem Moment, wo sie mit der Forderung nicht mehr einverstanden sind, ignorieren sie ihren Besitzer oder schmiegen sich mit verzweifeltem Blick eng an ihn. Geht der Mensch mitleidig darauf ein, wird der Hund über kurz oder lang die Spielregeln in der Sozialgruppe bestimmen.

Streicheln lassen zur Manipulation?

Streicheln lassen zur Manipulation?

Grundsätzlich muss das nicht »falsch« sein, schon gar nicht, wenn der Hund unauffällig ist und keine Probleme zeigt.

Nur darf der Mensch dann auch kein Gehorsam seitens des Hundes erwarten. Zeigen diese Hunde jedoch Probleme mit beispielsweise Geräuschen, vielen Menschen, Kindern, etc., wird es für den Besitzer schwierig, darauf Einfluss zunehmen. Denn er hat sich bisher als willensschwach gezeigt, was ihn als Vertrauensperson disqualifiziert.

Bei Hunden, die schmerzhafte Erfahrungen mit Menschen sammelten, ist die »Kennenlernphase« von Zwei- und Vierbeiner sehr viel zeitaufwendiger. Diese oftmals pessimistischen Hunde gehen davon aus, dass auch dieser Zweibeiner ihnen »Böses« will. Einige Hunde ziehen sich zurück, zeigen Furcht und Scheu, andere fixieren die Menschen mit warnendem Blick »Komm mir nicht zu nahe«. Bei Unterschreitung der Individualdistanz wird geknurrt oder sogar ohne Vorwarnung zugeschnappt.

Hunde brauche Verständnis

Hunde brauche Verständnis

Menschen, die dafür kein Verständnis aufbringen können, sollten keine Hunde aus dem Tierschutz aufnehmen.

Die Hunde können u.U. nicht anders reagieren. Mit ihren Reaktionen waren sie bisher erfolgreich, also praktizieren sie diese weiter.

Um Hunden einen positiven Start in ein neues Leben zu ermöglichen, sollte sie zeigen dürfen, was in ihnen vorgeht, und wo ihre Grenzen sind. Menschen sollten ihre Erwartungshaltungen zügeln, ansonsten sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

Ganz gleich, wie sich ein Hund aus dem Tierschutz in seiner neuen Umgebung zeigt, Mitleid wäre ein unsachgemäßer Berater.

Sie brauchen Akzeptanz, Empathie, Zeit, Geduld und kompetente Zweibeiner, die der hündischen Sprache mächtig sind. Für diese Hunde wäre eine Fehlinterpretation ihres Verhaltens ein Debakel. Denn die Konsequenzen wären ungerecht und bestätigt den Hund in seinem Vorgehen.

Frei nach dem Motto: »Wusste ich es doch!«

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