Im Einklang mit der Natur

Im Einklang mit der Natur

Mit Respekt und Achtsamkeit

Das Frühjahr öffnet die Türen der Kinderstuben der Natur. Für einen kurzen Zeitraum sollten Naturfreunde besondere Aufmerksamkeit walten lassen.

Hundehalter, Reiter, Wanderer und Freizeitsportler sollten spätestens ab Mai besondere Rücksicht auf die Wildtiere nehmen.

Es ist der Start der Kinderstubensaison. Rehe setzen ihre Kitze ungeschützt an der Wald-Wiesen-Grenze oder im Unterholz ab. Aber auch Hasen beziehen keine Bauten, sondern bewohnen die Randzone zwischen Wald und freier Landschaft. Ihre Jungtiere warten, ohne Rückzugsmöglichkeit, auf die Versorgung der Elterntiere.

Die Wochen zuvor sind die Elterntiere dementsprechend tragend und benötigen daher besonderen Schutz vor beispielsweise wildernden Hunden, aber auch Freizeitsportlern, die quer durch das Unterholz streifen.

Jedes Jahr um diese Zeit türmen sich Meldungen über zu Tode gehetzte oder sogar gerissene Rehe. Im Landkreis Erding hetzte ein Mischling ein trächtiges Reh und tötete es. Passanten konnten die Szene filmen, so das der Jagdpächter nun Anzeige gegen den Hundehalter erstatten konnte. Gleiches geschah im Naturschutzgebiet zwischen Zeil und Haßfurt, wo ein freilaufender Hund ein mit zwei Kitzen trächtiges Reh zu Tode hetzte.

Die Ämter, Naturschützer und Jägerschaft bitten jedes Jahr aufs Neue um Rücksichtnahme und darum, Hunde an der Leine zu behalten.

Aber auch Freizeitsportler dürfen sich aufgefordert fühlen, vorerst ausschließlich ausgewiesene Waldwege zu benutzen. Selbst wenn Hunde nicht jagen gehen, wie viele Hundehalter von ihren Vierbeinern behaupten, reicht die bloße Berührung eines Kitzes durch den Hund, um die Mutter von einer weiteren Versorgung ihres Jungtiers abhält, es würde verhungern. Gleiches gilt fraglos für Spaziergänger und Kinder, die ein »zurückgelassenes« Kitz sehen.

Für Menschen, die im Einklang mit der Natur leben, wird es kein Ärgernis bedeuten, die kurze Zeit von März bis Juli achtsam durch Wälder, Wiesen und Felder zu spazieren. »Schwarze Schafe« wird es leider immer geben. Doch der Anblick, im sommerlichen Morgendunst ein Reh mit seinen Kitzen auf einem Feld beobachten zu können, oder einer Hasenfamilie beim Spiel zuzuschauen, belohnt jeden Naturfreund für seinen schonungsvollen Umgang.

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