Versuchstier Laborbeagle

Versuchstier Laborbeagle

Der Beagle ist die gebräuchlichste Hunderasse für wissenschaftliche Versuche. Im Jahr 2013 ehrte ein Tierschutzbund den Beagle als »Versuchstier des Jahres« und wollte damit auf Tierversuche aufmerksam machen.

Als Meutehund ist eine Gruppenhaltung mit einer großen Anzahl Tieren kein Problem. Durch das freundliche und friedvolle Wesen der Hunde gestaltet sich die Handhabung unkompliziert. Eine Vielzahl der sogenannten Labor-Beagle werden extra für die Forschung gezüchtet oder oftmals ab der achten Lebenswoche im Labor gehalten.

Die Labore oder wissenschaftlichen Einrichtungen halten sich im Verborgenen, um sich nicht den Protesten oder gar Angriffen von Tierschützer auszusetzen. Denn Forschung und Versuche an Tieren ist ein umstrittenes Thema, nicht nur bei Tierschützern.

Dank moderner Medizintechnik können immer mehr Experimente der Forschung computersimuliert dargestellt werden. Sicherlich ein Grund für den Rückgang der Laborhunde.

Jedoch ist es in Deutschland Vorschrift, toxische Eigenschaften von Subtanzen an Lebewesen zu testen. Ebenfalls eine Vorschrift ist, dass die Lebend-Prüfmedien nicht ausschließlich Nager sein dürfen. Es müssen andere Tiere in die Versuchsreihe integriert werden. Bevorzugt werden dafür Beagle verwenden.

Die Teste der Substanzen beschränkt sich nicht auf Haut- und Körperkontakt. Die Labor-Hunde nehmen die Wirkstoffe auch über ihr Futter, als Tablette oder eine Magensonde zu sich. Um eine genaue Statistik zur Schädlichkeit anfertigen zu können, werden Giftstoffe einmalig und über 90 Tage als Langzeitgabe verabreicht. Während dieser Prüfphase stehen die Beagle unter ständiger Beobachtung. Täglich, zum Teil mehrfach, wird ein Blutbild erstellt. Verstorbene Tiere werden obduziert, überlebende nach der Studie getötet und ebenfalls seziert.

Aus ethischer Sicht können Tierversuche nicht gutgeheißen werden, darüber sind sich viele Verbände einig.

Besonders engagiert ist der Verein »Ärzte gegen Tierversuche e.V.«. Ein wehrloses Tier darf aus reiner Nützlichkeit nicht missbraucht werden. Und die Versuche können nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen werden. Das zeigte sich bereits Ende der Fünfziger Jahr bei dem Präparat Contergan. Das Medikament gegen Schlafstörungen und Unruhe enthielt den Wirkstoff Thalidomid, der erfolgsversprechend in Tierversuchen getestet wurde. Was für die Tiere unschädlich wirkte, verursachte zahlreiche Missbildungen bei neugeborenen Menschen.

Nicht jeder Versuchs-Beagle wird für Teste mit toxisch wirkenden Substanzen eingesetzt und beendet sein Leben im Labor.

Doch auch wenn der Hund ein schmerzfreies Dasein im Versuchslabor führte, wird die Unterbringung zu einer psychischen Störung führen. Die Vermittlung der aus dem Dienste der Wissenschaft entlassen Beagle erfolgt über Vermittlungsagenturen, Vereine und Verbände.

Wer einen Versuchstier bei sich aufnimmt, sollte sich auf einen verstörten Hund einstellen.

Diese Beagle verhalten sich wenig hundetypisch.

Bei einer extremen Geräusche Empfindlichkeit angefangen, über Unsauberkeit, kontinuierliches Speicheln, schuppiges Fell, ausgeprägter Ängstlichkeit, bis hin zur Depression kann so ziemlich alles vorkommen.

Selbst ein Spaziergang kann für Beagle aus einem Versuchslabor ein Horror Szenario sein.

Beagle typisches Verhalten

Beagle typisches Verhalten

Labor Hunde brauchen für einen Neustart Menschen, die sie mit Sachverstand, Geduld und Empathie, aber ohne Mitleid, in ein Hundeleben führen.

Den Versuchstieren fehlt so ziemlich alles, was sich Menschen an einem Hund wünschen. Die Beagle erhielten keine artgerechte Erziehung oder sinnvolle Beschäftigung. Sicherlich hatten sie immer Kontakt zu Menschen, daher sind sie oft sehr Menschen bezogen. Kontakt zu anderen Hunderassen jedoch, hatten sie nicht, was bei einem Leben ausserhalb des Labors für Probleme sorgen kann.

Möchten Menschen einen Labor Beagle aufnehmen, ist es nicht allein die Liebe zu dem Tier die dem Hund hilft, Erlebtes zu verarbeiten. Die Eingewöhnung, positive Veränderungen und erste sichtbare Lernerfolge sind von Dauer und Grund des Laboraufenthalts abhängig. Einige Charaktere brauchen viele Monate, um sich auf ein normales Hundeleben einlassen zu können.

Bei sehr vielen Versuchstieren zeigte sich jedoch, dass intensive Beschäftigung mit intelligenten, Hunde typischen Aufgaben und  vllt. die Unterstützung eines Tierheilpraktikers einen Labor Beagle durchaus verändert.

Es liegt demnach nur an dem Menschen, wie viel Geduld und Mühe er aufbringen mag, um dem Hund einen Neustart zu ermöglichen.

 

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