Tierheime am Rande der Existenz

Tierheime am Rande der Existenz

Sich ein Haustier zu halten ist, sofern man es sich leisten kann, eine wunderbare Bereicherung. Doch was passiert, wenn das Tier zu teuer wird?

Oder der Mensch feststellt, dass es doch nicht das passende Tier ist oder sich das Leben mit Haustier anders vorstellte?

Werden Haustiere lästig, zu teuer oder überflüssig gibt es in Deutschland eine annehmbare Lösung – Tierheime. Kein Mensch muss ein Tier aussetzen oder töten, um sich seiner zu entledigen.

Diese Denkweise der Menschen bringt die Tierheime in Bredouille.

Der Deutsche Tierschutzbund gibt an, dass deutschlandweit die Tierheime aus allen Nähten platzen. Abgesehen von den Räumlichkeiten müssen sie die Abgabe- oder Fundtiere versorgen. Spendengelder fangen die Kosten kaum noch auf.

Das Tierheim Lübeck schreibt jährlich einen Verlust von bis zu 300 Tausend Euro.

Kein Wunder, denn dort werden jährlich über 1300 Tiere aufgenommen, deren Unterhaltung knapp 700 Tausend Euro im Jahr beträgt. Für Fundtiere, deren Besitzer nicht zu ermitteln sind, bekommen sie kommunale Gelder für gerade einmal 28 Tage. In den meisten Fällen sind die Tiere bis dahin jedoch nicht vermittelt. Bisher finanzierte sich das durch den Tierschutzverein gestützte Heim anhand von Spenden, Erbschaften und Mitgliedsbeiträgen.

Das Tierheim beherbergt so ziemlich alle Tierarten. Von Vögeln über Kaninchen, bis zu Chinchillas, auch Hunde, Katzen, Meerschweinchen und sogar Ziegenböcke.

Die Abteilung »Exoten« wird zunehmend voller: Korn- und Kettennatter, Schild- und Wasserschildkröten und sogar ein grüner Baumpython warten auf Versorgung. Selbstverständlich werden die Exoten artgerecht untergebracht, was Umbaukosten hervorrief.

Kein Wunder also, dass die Unterhaltungskosten eines Tierheims die Einnahmen deutlich übersteigen.

Lea Schmitz, Sprecherin des Tierschutzbunds sagt: "Die Pauschalen für Unterbringung und Versorgung sind seit Jahren nicht erhöht worden. Sie decken die Kosten bei weitem nicht." Der Verband fordert die Kommunen auf, einen Teil der Hundesteuer in die Kassen der Tierheime fließen zu lassen.

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