Umfelder

Umfelder

Der Lebensraum von Hunden wird in drei Umfelder eingeteilt. Jedes Umfeld definiert sich durch seine Funktion.

Alle Lebewesen brauchen Geborgenheit und eine geschützte Umgebung zum Leben und Lernen. Für junge Lebewesen, respektive Welpen, ist Schutz und Sicherheit überlebenswichtig. Legt der Mensch seine Achtsamkeit auf ein sicheres, geschütztes Umfeld, wenn er mit seinem Hund agiert, interagiert der Hund unbeschwert mit seinem Menschen.

Hunde beobachten ihre Menschen sorgsam und erkennen, ob der Mensch das Umfeld wo geübt wird kontrolliert bzw. gesichert hat. Umschlossene Umgebungen bieten den größtmöglichen Schutz, weshalb mit Welpen zunächst überwiegend im Haus geübt wird. Im gleichen Sinne trifft das für erwachsene Hunde bei neuen, elementaren Übungen zu; beispielsweise bei der Unterweisung in den Futterbeutel

Das erste Umfeld bietet durch die umschlossene Umgebung Hunden den größtmöglichen Schutz und ist damit am sichersten.

Bei frei lebenden Hunden ist es die Wurfhöhle, die den Rudelmitgliedern vorbehalten ist, für unserer Hunde ist es unser Zuhause. Nicht selten ist Hunden die Skepsis gegenüber Besucher anzumerken. Für sie ist es unverständlich, dass ihr Mensch Fremde in das erste Umfeld lässt. Welpenbesitzer sichern ihre Welpen, indem sie sie auf den Arm nehmen, wenn Besucher in Haus gebeten werden, größere Hunde bleiben auf ihrem Liegeplatz.

Um unliebsamen Verhalten (z.B. dem Türklingel-Komplex) vorzubeugen, werden Hunde niemals animiert, an die Tür zu laufen, wenn die Glocke schellt.

Als Ranghöchster trägt der Mensch die Verantwortung für das erste Umfeld, ist zuerst an der Tür, kontrolliert den Besucher und entscheidet, ob er eintreten darf. Folgerichtig hat ein Hund keinen Liegeplatz im Flur.

Mensch läuft mit Welpe zur Tür

Mensch läuft mit Welpe zur Tür

Das erste Umfeld definiert sich durch die Vertraulichkeiten, die hier ausgeübt werden.

Hier wird geschlafen, gefressen, geschmust, gespielt und anfänglich zweckmäßige Dinge gelernt. Welpen lösen sich im ersten Umfeld, weil sie dort für fremde Hunde geruchlich nicht erkennbar sind und nicht, weil sie nicht stubenrein sind. Die Stubenreinheit wird geübt, unter der Prämisse der Achtsamkeit, das zweite Umfeld zunächst zu sichern, bevor der Welpe sich dort löst.

Mit zunehmendem Alter werden die Aktivitäten vom ersten ins zweite Umfeld verlegt.

Das zweite Umfeld umgibt die Wurfhöhle bzw. das Zuhause, was es ähnlich sicher erscheinen lässt, wie das erste. Ist es ein eigener eingefriedet Garten, darf sich der Welpenbesitzer nebst Hund glücklich schätzen. Fehlt der Garten, ist alternativ eine Umgebung aufzusuchen, abseitig der Nachbarschaftshunde.

Welpe und Mensch schmusen

Welpe und Mensch schmusen

Im zweiten Umfeld finden alle Aktivitäten statt, bis auf Schlafen und Schmusen.

Nur wenige Hunde schlafen im zweiten Umfeld genauso tief, wie sie es im ersten täten. Schmusen ist für Hunde vergleichbar intim wie für den Menschen; dafür braucht man Ruhe und Geborgenheit, fernab aller Ablenkung.

Im zweiten Umfeld werden im Hunderudel lebende Welpen von den erwachsenen Hunden auf das Leben vorbereitet.

Das natürliche Folgeverhalten eines Welpen sorgt dafür, dass Welpen auf die Erwachsenen achten und deren Handlungen nachahmen. Die Welpen lernen, wie sie sich außerhalb der Höhle zu verhalten habe, Gefahren zu erkennen und über initiierte Jagdspiele praktische Fertigkeiten für einen erfolgreichen Nahrungserwerb. Dem Alter des Hundes geschuldet begleitet die Erziehung das Training. Die Erwachsenen beobachten präventiv die Umgebung, um ihre Welpen konstant in Sicherheit zu wissen. Löst sich ein Welpe im zweiten Umfeld überdeckt ein erwachsener Hund den Geruch durch Beseitigen  des Kots und überpinkeln der Urinstelle.

Je genauer ein Mensch das Verhalten von Hundeeltern nachahmt, umso sicherer fühlt sich der Welpe, desto schneller fasst er Vertrauen zu seinem neuen Sozialpartner. Speziell das Lösen von Welpen ist für manchen Welpenbesitzer ein Problem.

Lesen Sie bitte weiter unter Stubenreinheit.

Eine weitere Nachahmung haben die praktischen Fertigkeiten, die ein Welpe lernt, verdient. Bitte lesen Sie weiter unter artgerechte Hundeerziehung.

Das zweite Umfeld ist Hoheitsgebiet (Territorium) einer Sozialgemeinschaft und zählt daher ebenfalls zu einem sicheren Umfeld. Trotzdem ist ein Hund niemals alleine im Garten. Mehr erfahren Sie unter Bellen am Gartenzaun.

Jagdspiel mit dem Welpen

Jagdspiel mit dem Welpen

Das dritte Umfeld ist überall dort, wo sich andere Beutegreifer frei bewegen.

Zu den Beutegreifern gehört jedes fleischfressende Lebewesen, gleichermaßen der Mensch. Als Nahrungskonkurrenten betrachtet der Hund Katzen, Füchse, Mader und vor allem andere Hunde. Das dritte Umfeld ist für Welpen das unsicherste Umfeld, weshalb Hundeeltern die ersten Lebensmonate diese Umgebung mit ihren Welpen nicht erkunden.

Als Mensch neigen wir dazu, unsere Welpen zu früh an für ihn gefährliche Orte zu bringen. Später wundern wir uns darüber, warum unser Junghund uns nicht vertraut.

Das dritte Umfeld gemeinsam mit seinem Welpen zu erkunden hat solange Zeit, bis der Hund herangereift ist. Es spricht nichts dagegen, mit seinem Welpen oder Junghund abgelegene Wiesen oder Wälder aufzusuchen, um an einem schönen Platz zu lernen und zu üben. Um für den Welpen den Weg dorthin sicher zu gestalten, wird er getragen oder Mensch und Hund fahren dorthin. 

Mehr zum Thema Sicherheit erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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