Der Hund ist ein Zungen-Akrobatiker

Der Hund ist ein Zungen-Akrobatiker
27. November 2014

Hunde können nicht trinken! Amerikanische Wissenschaftler untersuchten den physikalischen Ablauf der Strömungsdynamik des Wassers beim Trinken von Hund und Katze.

Jetzt gibt es eine Erklärung, warum Hunde bei der Wasseraufnahme sabbern. Die Schnauze von Raubtieren, in diesem Falle sind es Hunde und Katzen, sind an die Aufnahme der lebensnotwendigen Nahrung Fleisch angepasst. Hunde und Katzen können die Schnauze weit aufreißen, um Beute zu erlegen. Damit ihnen das gelingt, dürfen die Wangenmuskeln die Schnauze nicht umschließen. Bei Raubtieren ist daher die Muskulatur der Wange gespalten.

Mit einer gespaltenen Wange kann ein Hund keinen Unterdruck in der Schnauze erzeugen, wodurch keinen Sog entsteht.

Resultat: Der Hund sabbert beim Trinken. Doch genau genommen trinkt der Hund auch gar nicht, sondern schaufelt sich das Wasser mit Hilfe seiner Zunge in den Rachen.

Amerikanische Wissenschaftler des Virginia Institute of Technology wussten vor ihren Versuchen bereits, dass Katzen die Zunge auf das Wasser legen. Durch den schnellen Rückzug ihrer Zunge bleibt durch das Trägheitsgesetz bestimmt, das Trinkwasser an der Zunge hängen. "Als wir nun das Trinken des Hundes untersuchten, dachten wir, dass das bei Hunden genauso abläuft", erklärt Sunghwan Jung.

Mit speziellen Kameras filmte das Team den Trinkvorgang von Hunden.

Dabei zeigte sich, dass Hunde bei der Wasseraufnahme eine wahre Zungenakrobatik leisten. Zunächst schlagen sie mit der Zunge auf das Wasser, um Spritzwasser zu erzeugen. Dann tauchen sie die nach hinten eingerollte Zunge ins Wasser und ziehen sie blitzschnell nach oben. Das Zurückziehen der Zunge ist fünffach so schnell wie die Erdanziehungskraft, die auf Wasser wirkt, erklären die Wissenschaftler. Dadurch bleibt an der Zungenunterseite das Trinkwasser für den Hund hängen.

Durch die Zungenbewegung des Hundes bildet das Trinkwasser eine Wassersäule, die im Maul in sich zusammenbricht. "Die Hunde sind aber schlau genug, ihr Maul zu schließen, bevor die Wassersäule zurück in den Trinknapf stürzt", so die Forscher.

Mehr zu der Studie finden Sie auf Scinexx.

Wissenschaft und Forschung

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