Emotional verbunden seit 14000 Jahren

Emotional verbunden seit 14000 Jahren
23. Februar 2018

Eine Studie der niederländischen Universität in Leiden ergab, dass es bereits vor 14.000 Jahren eine emotionale Bindung zwischen Mensch und Hund gegeben haben muss

Bekanntermaßen ist die Verbindung zwischen Mensch und Hund viele tausend Jahre alt. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass die Domestikation von Hunden eher praktischer Natur war. Dabei werden unterschiedliche Theorien vertreten wie: Weniger scheue Wölfe näherten sich dem Menschen an, um neue Nahrungsquellen (Abfall) zu erschließen. Oder: Der Mensch habe sich Wolfswelpen geholt, woraus eine Domestizierung erfolgte. Aber auch, die Domestikation erfolgte eher zufällig.

Wie es letztendlich zu einem gemeinschaftlichen Leben von Mensch und Hund gekommen ist, konnte bislang nicht endgültig bewiesen werden.

Bewiesen wurde kürzlich jedoch, dass Menschen bereits vor 14.000 Jahren Hunden fürsorglich zugetan waren.

1914 fanden Wissenschaftler bei Bonn-Oberkassel zwei Menschen, eine Frau und einen Mann und zwei Hunde in einem Grab. Was damals noch nicht untersucht werden konnte, gelang diesjährig PD vet. med. Luc Janssens von der Universität Leiden. Er und sein Team ermittelten, dank modernster Techniken, dass die Überreste aus der Altsteinzeit, also vor 14.000 Jahren, stammen. Damit ist diese Grabstätte eine der ältesten bekannten und gehört somit zu den frühesten Beweisen der Domestikation von Hunden.

Bereits vor 14.000 Jahren scheint eine fürsorgliche Pflege des Hundes vor seinem praktischen Nutzen gestanden zu haben und zeigt somit eine emotionale Bindung an das Tier.

Die Untersuchungen an den knöchernen Überresten des einen Hundes ergaben, dass er mit ca. 8 Monaten starb. Am Zahnschmelz konnte PD Janssens erkennen, dass der Welpe mit ca. 12 bis 16 Wochen erkrankte und bis zu seinem Tod zwei oder drei Krankheitsperioden der Staupe durchlaufen hat. Bei der Staupe handelt es sich um eine Virusinfektion, die bei schlimmen Befall innerhalb von drei Wochen den Tod des Hundes bedeutet. Es sei denn, er wird intensiv gepflegt und versorgt.

Janssens meint, dass ein so schwerkranker Hund die 8 Wochen nur überleben konnte, wenn er warm und sauber gehalten und mit Nahrung und Wasser versorgt wird.

Das wiederum haben Menschen vor 14.000 Jahren sicherlich nur getan, wenn sie eine Beziehung zu dem Hund hatten, was hier offensichtlich der Fall war. Denn einen praktischen Nutzen hatten sie von dem kranken Hund definitiv nicht.

Weiteres zu der Studie finden Sie hier

Wissenschaft und Forschung

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