Welpen aus der Retorte

von MartaFF (http://www.lainfertilidad.com) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Welpen aus der Retorte
17. Dezember 2015

Nach 30-jähriger Forschungsarbeit gelang es Wissenschaftlern der State University Michigan in den USA erstmalig, in-vitro Hundewelpen zu reproduzieren.

Der Zyklus von weiblichen Kaniden verläuft sehr viel diffiziler, als der von Frauen. Ein Grund, warum die Wissenschaft erst nach 30 Jahren die ersten Retorten-Welpen lebend gebären konnte. Doch jetzt gelang es Forschern in den USA sieben gesunde Welpen per Kaiserschnitt ins Leben zu holen.

Die Eierstöcke eines Kaniden Weibchens produzieren nur ein- bis zweimal im Jahr Eizellen. Dazwischen ruht die Aktivität ihrer Geschlechtsorgane. Während der Läufigkeit werden die Eizellen unausgereift an die Eileiter abgegeben. Den befruchtbaren Reifegrad erreichen sie bei der Wanderung in die Gebärmutter.

Für eine In-vitro-Fertilisation (die künstliche Befruchtung im Reagenzglas) werden jedoch reife Eizellen benötigt.

Das war eines der Hauptprobleme bei der Forschungsarbeit der Wissenschaftler. Denn sie mussten zum exakten Zeitpunkt die Eizellen abpunktieren, um sie befruchten zu können. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, dass die Spermien der Rüden erst aktiv werden, wenn sie im Genitaltrakt der Hündin sind. Im Reagenzglas tat sich rein gar nichts. Die Reproduktionsbiologen untersuchten die Gründe hierfür und kamen zu dem Ergebnis, dass Magnesium in der Spermienlösung das Problem behebt. So gelang es erstmalig überhaupt, Eizellen zu befruchten.

Der ersten Leihmutter implantierten die Wissenschaftler 19 befruchtete Eizellen, von denen sich sieben Welpen gesund entwickelten und per Kaiserschnitt zur Welt kamen. Für das Forschungsteam ein voller Erfolg.

Sie wollen ihre Arbeit für den Artenschutz für Wölfen, Schakalen und andere Kaniden verwenden. Doch auch in Bezug zur Inzucht bei Rassehunden bietet dieses Feld durch die Präimplantationsdiagnostik neue Möglichkeiten, Erbkrankheiten und Fehlbildungen zu korrigieren.

Die vollständige Studie finden Sie auf PLOS ONE.

Wissenschaft und Forschung

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